31.7.09
Dieser Tag brachte eine lange Reise mit sich.
Er begann bereits um 6 Uhr morgens mit dem Packen unserer Koffer und einem ausgiebigen Frühstück.
Danach stand das Buspacken an, was immer schwere Arbeit bedeutete, denn alle Koffer mussten hoch auf das Dach des Busses. Dafür nahm Charles das Kommando in die Hand und hatte immer zwei freiwillige Schüler zur Hilfe.
Um 7.30 war die Abfahrt geplant, aber pünktlich kamen wir nie los. Das Ziel unserer heutigen Reise war das Stem Hotel in Nakuru.
Am Anfang hieß es wir würden sieben Stunden mit dem Bus unterwegs sein, aber Charles meinte man brauche nur vier bis fünf Stunden, da eine neue Straße gebaut wurde. Zum Glück hatte er auch recht denn die Busfahrten waren auf den holprigen Straßen nicht sehr angenehm.
Diese Fahrt war sehr interessant, da wir durch ein Gebiet fuhren in dem die Spuren der Unruhen von 2007 noch deutlich zu sehen waren. Timbcroa ist ein Ort, der am meisten unter den Unruhen litt. Wir fuhren auch durch noch übrig gebliebene Flüchtlingslager, die zwischen Eldoret und Nakuru liegen. Bei dem Anblick bekam man ein mulmiges Gefühl im Magen, da wir zum ersten Mal die Zelte der Flüchtlinge nicht nur im Fernsehen sondern direkt vor uns sahen.
Dies war für mich ein Augenblick an dem mir durch den Kopf ging, wie schlimm es den Leuten damals ergangen sein muss und was sie alles durchmachten.
Gleich darauf erlebten wir auch noch einen Unfall. Ein Lkw war von der Straße abgekommen und in einen Graben gekippt. Zum Glück wurde aber niemand schwer verletzt.
Bei der Fahrt überquerten wir auch den Äquator und das Rift Valley.
Als wir dann am Hotel ankamen, waren alle etwas kaputt von der abenteuerlichen Fahrt, obwohl wir „nur“ die ganze Zeit im Bus saßen. Trotzdem haben wir wieder viele Erfahrungen gesammelt.
Wir freuten uns schon auf den Pool im Hotel, doch als wir ihn sahen beschlossen wir lieber nicht schwimmen zu gehen. Das Wasser sah nämlich nicht sehr einladend aus ;).
Da wir noch Zeit hatten genossen wir nach kleineren Komplikationen mit dem Nationalpark einfach den Abend im Hotel und nahmen den Termin der Besichtigung des Parkes am nächsten Tag wahr.
Ein paar von uns sassen noch an der Bar und lauschten einem Musiker. Raimund erzählte, dass dieser Musiker aus verschiedenen Namen, die das Publikum ihm gab ein Lied dichtete. Also gab er unsere Namen ( alle drei Jenny’s, Albi, Marina) dem Sänger und dieser dichtete dann ein sehr amüsantes Lied über uns. Charles übersetzte für uns, da der Sänger manchmal auf Kikuyu sang.
Freitag, 19. Februar 2010
Tagesbericht vom 30.07.09
Dieser Tag war einer der angenehmsten auf unserer Reise bis jetzt, vor allem, weil wir zum ersten Mal erst um 9:00 Uhr Frühstück hatten und endlich mal "aussschlafen" konnten. Nach diesem, wurde gepackt, ausgeruht und der Bus mit unserem Gepäck beladen. Nach dem alles beladen war, gings erstmal weiter zu einer Privatfarm nach Kipkaren.
Ach nö, da wollte die Pavianfamilie sich gerade so schön auf der Straße sitzend ihrem Zuckerrohr widmen und da will plötzlich son öder Bus vorbei. Jetzt hält er auch noch an. Ok wir gehen schon zur Seite. Was machen die da? Fotos von uns? Noch nie Affen beim Essen gesehen?
Nach diesem kleinen Zwischenstop gings dann weiter zur Farm, die etwas abgelegen von der Straße liegt, um sich neugierigen und eifersüchtigen Blicken zu entziehen. Die Farm ist wunderschoen und groß vor allem. Während der Unruhen wurde sie belagert, wobei es Tote gab. Als wir eintrafen, konnten die Besitzer wegen Familiärer Angelegenheiten nicht anwesend sein. Da Raimund Pousset aber ein guter Bekannter und alter Freund der Familie ist, durften wir dennoch rein und wurden mit Muffins und Getränken überrascht.
Nach dem Einige einen Rundgang auf der Farm machten, während die anderen im Gras chillten und die Sonne genossen, gings dann weiter.
Juhu!!! Nach einer Stunde weiterer Fahrt war dann endlich Eldoret zu sehen. Doch an der Rezeption unseres Hotels, das an der Innenstadt liegt, mussten wir erfahren, dass wir in dessen Gästehaus am Rande der Stadt umgesiedelt wurden. Der Grund dafür: eine Konferenz. Doch lies uns das nicht davon abbringen sich schnell umzuziehen um noch wenigstens ein paar Minuten im Hotelpool schwimmen zu können. Und nach weiteren 10 Minuten kamen unsere Lehrer und verkündeten, das wir als Entschädigung für unsere Verfrachtung, kostenlos im Pool schwimmen dürfen und so viel Getränke bestellen können, wie wir wollen. Dies nutzten wir natürlich voll und ganz aus. Während etwas später, einige in die Stadt gingen, ruhte sich der Rest im Garten des Hotels und am Pool aus.
Abends kam dann das Highlight des Tages: das Barbeque! Als es anfing zu dämmern wurde im Garten Lagerfeuer angezündet und Tische aufgestellt und das wichtigste, der Grill. Als es dann völlig dunkel war, begaben wir uns zu den Tischen. Es gab Suppe, Reis, Kartoffeln und viele Variationen von Fleisch. Das ganze wurde dann von ABBA-Musik begleitet, während wir unser Kuchen, Vanille-, Schokopuddingdessert genossen.
Mit guter laune quetschten wir uns dann so gegen 21:00 Uhr in zwei Minivans des Hotels, mitsammt unseres Gepäcks und fuhren zum "Green Pastures Guesthouse" (was so viel bedeutet wie grüne Weiden). Endlich im Gästehaus angekommen, den steilen Treppenaufgang bewältigt, verteilten wir uns in die einzelnen Zimmer. Wir hatten meist Zweierzimmer und die Toilette wurde mit einem Vorhang abgetrennt, aber ansonsten waren die Zimmer sehr sauber und angenehm. Und nach dem wir noch ein Zimmer von Ungeziefer befreien mussten, konnten alle beruhigt einschlafen.
Mittwoch, 29.07.2009
Wie immer kamen wir in Trance um 06.30 Uhr zum Frühstück, da wir unseren Schönheitsschlaf nicht auskosten konnten.
Kaum den ersten Bissen des Frühstücks zu uns genommen, ertönte auch schon Raimunds sanfte Stimme.
„Es ist wieder Briefing-Zeit!“
Zum ersten Mal teilte sich danach die Gruppe auf.
Jenny W. , Jenny K. und Albertina gingen mit Raimund ins Waisenhaus.
Die anderen gingen mit Silke und Helmut in den Regenwald.
Kaum war die Regenwaldgruppe unterwegs, kam schon der erste Hilferuf, da der Führer der Gruppe zu viel Geld abknüpfen wollte.
Schnell wurde der Regenwald zur Nebensache, da wir mit einer größeren und beeindruckenderen Artenvielfalt gerechnet hatten, und somit die frisch geflochtenen Rastazöpfe interessanter waren.
Nach einer längeren Wartezeit durften wir ihn auch endlich betreten.
Unser Führer Abraham ging voraus.
Sobald wir den Regenwald betreten hatten, fühlten wir uns wie in einer anderen Welt.
Die Luft war feucht, frisch und frei von Abgasen und Staub.
Einzelne Sonnenstrahlen fielen durch den dichten Wald.
Von Abraham bekamen wir dann die am meist vertretenen Baum- und Pflanzenarten gezeigt und auch ein paar schwarz-weiße Colobus-Affen ließen sich vereinzelt blicken.
Wir gingen immer weiter in den Wald bis zu einem Aussichtsturm, von dem aus wir eine große Graslandschaft überblicken konnten.
Zum Abschluss unserer Tour durch den Regenwald bekamen wir noch am Rande ein paar Teefelder zu sehen.
Die anderen drei waren als erstes mit Raimund und Bede eine Grundschule besuchen.
Als wir in den Hof gefahren wareb, ertönte ein Klingeln und die ganzen Schüler rannten aus ihren Klassenzimmern raus in den Hof.
Die Kinder bildeten einen Weg, diesen liefen wir entlang und am Ende standen Stühle für uns parat. Wir kamen aus dem staunen kaum heraus.
Als wir saßen, bildeten ein paar Mädchen einen Halbkreis vor uns und begrüßten uns mit Tanz und Gesang.
Danach stellten wir uns vor und die Kinder durften uns Fragen stellen.
Leider hatten wir nicht so viel Zeit eingeplant und daher konnten nicht alle Fragen beantwortet werden.
Nun sind wir weiter zum Waisenhaus gefahren; ein besonderes Highlight, da Raimund einen Spendencheck von 5000 € überreichte.
Leider konnten die eigentlichen Spender die Freude der Kinder nicht miterleben, aber dafür wir.
Sie bedankten sich mit verschiedenen Tänzen.
Wir haben noch nie Kinder so gut tanzen gesehen. Ihre Hüften bewegten sich wie die ausgebildeter Tänzer. Sie tanzen mit viel Leidenschaft und man hatte richtig Lust mit zu machen. Sie trugen auch spezielle Kleidung für die Tänze.
Die meisten Kinder haben keine Eltern mehr, da diese an Aids gestorben wareb und keiner für sie sorgen wollte. Zur Zeit sind es 120 Kinder in dem Weisenhaus, aber es kommen auch Kinder von außerhalb, die dort die Schule besuchen und den Tag dort verbringen.
Bei einem Rundgang hatten wir viele Informationen über das Waisenhaus erfahren, wie zum Beispiel, dass im September das Waisenhaus überfüllt war und sie keine Kinder mehr aufnehmen konnten.
Ist dies der Fall, werden die meisten Kinder von ihren Verwandten getötet. Als wir dies hörten waren wir sehr bedrückt und wir standen den Tränen nahe, denn wir konnten nicht verstehen wie man so etwas einem kleinen Kind antun kann, dass noch so hilflos ist.
Wir drei Mädels beschäftigten uns mit den Kindern und brachten ihnen deutsche Spiele, wie z.B. Kettenfangen bei.
Die Verständigung war zwar etwas kompliziert, aber wir hatten dennoch viel Spaß zusammen und konnten somit den Kindern ein Lächeln schenken. Obwohl wir nur eine kurze Zeit dort verbrachten wuchsen uns die Kinder sehr ans Herz.
Danach besuchten wir die Babystation des Waisenhauses.
Das jüngste Baby war gerade einmal 2 Wochen alt.
Erschreckend war es für uns, dass man solche hilflosen Geschöpfe einfach ihrem Schicksal überlässt.
Am meisten beeindruckte uns ein kleiner Junge, der 3 Jahre alt war.
Er hatte beide Beine in Gips, da er an einer Hüftgelenksdysplasie leidet.
Er robbte sich immer am Boden entlang und wusste sich immer zu helfen.
Dabei strahlte er voller Lebenslust.
Obwohl die Kinder viel Schlimmes erfahren haben, strotzen sie vor Lebensenergie und Fröhlichkeit.
Am Mittag, wieder im Pastoral Center angekommen, fingen wir an uns für den bevorstehenden Abend schick zu machen, den Besuch der neuen Partnerschule der CHS.
Es ist eine reine Mädchenschule mit dem Namen „Bishop Sulumeti Girls School“.
Als wir ankamen, wurden wir vor der Schule mit einem wunderschönen Banner begrüßt und auf dem Gelände angekommen, sahen wir schon eine riesen Menschenmenge, die uns begeistert zujubelte.
Sie hießen uns mit herzlichen Reden und wunderschönem Tanz und Gesang willkommen.
Danach bekamen die Schüler und Lehrer von den Mädchen eine sehr aufschlussreiche und interessante Führung über das Schulgelände.
Sie zeigten uns die Küche, die Klassenzimmer, das gesamte Schulgelände mit eigener Landwirtschaft und unter anderem auch die Betten.
Sie blieben uns, aufgrund ihrer Größe und Unbequemlichkeit im Gedächtnis.
Man konnte die einzelnen „Drähte“, die das Bett zusammen hielten, spüren, da die „Matratze“ nur ca. 5 cm dick war. Zudem hatte man nicht viel Platz, da der Koffer der Mädchen immer auf dem Bett liegen bleiben muss. In diesem Koffer befindet sich das ganze Hab und Gut einer Schülerin, was uns sehr erstaunte, da unsere Sachen nicht einmal in einen großen Schrank passen und diese Mädchen mit so wenig auskommen müssen.
Als nette Geste, durften ein paar von uns einen Baum pflanzen. Dies ist eine sehr wichtige Zeremonie, da ein Baum sehr alt und groß werden kann. Es ist ein Symbol für die Partnerschaft, damit diese genau so gut gedeiht und stark wird, wie ein großer Baum.
Während der aufschlussreichen Führung, wurden wir von einem Platzregen überrascht, der aber genauso schnell verschwand wie er kam. Der Regen kam genau unmittelbar, nachdem der letzte Partnerschaftsbaum gepflanzt war und sorgte somit für ein gutes Anwachsen der Bäume und damit auch der Partnerschaft.Von der Partnerschule wurde dieser als „Segen für die Partnerschaft“ gesehen.
Nun waren wir an der Reihe uns den ca. 540 Mädchen vorzustellen, die beiden blonden, blauäugigen Jungs waren hierbei das Highlight.
Zudem haben Raimund und Silke eine Rede gehalten, den Brief von Frau Papenhagen vorgelesen, das Fotobuch und noch 500 € überreicht. Damit waren allerdings gerade mal die Kosten für das Fest abgedeckt. Vielleicht hat es noch für ein kleines Laptop gereicht.
Danach gingen wir zum lockeren Teil des Abends über.
Wir wurden wie Stars behandelt, viele Fotos wurden gemacht und Adressen ausgetauscht, damit wir mit den Mädchen in Kontakt bleiben können.
Wir konnten uns kaum noch orientieren, da wir alle von Massen von Mädchen umgeben waren.
Jede stellte Fragen über Fragen, wie zum Beispiel „ Warum wurde Deutschland reich?“ und „ Wie lange wir Schule und Ferien haben.“ Daran konnte man bemerken, dass sie die Anweisung ihrer Schulleiterin befolgt haben, keine „silly questions“ zu stellen. Natürlich wurden auch unsere Haare und unsere weiße Haut bewundert.
Vom Festmahl am Abend waren alle schwer beeindruckt.
Es gab eine enorm große Auswahl:
Truthahn, Kartoffeln, zweierlei Reis, Chapati, Hühnchen, Gemüse, Soße, paniertes Ei, und eine Vielfalt von Getränken.
Die aufgenommenen Kalorien haben wir bei gemeinsamen Gesang und Tanz gleich wieder verbrannt.
Die Mädchen brachten uns den afrikanischen Hüftschwung und den Tanzstil bei.
Leider gab es zwischendurch auch Stromausfälle, die uns ab und zu etwas Pause zum durchatmen ließen.
Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, da wir ein sehr inniges Verhältnis zu den Mädchen aufgebaut hatten und diese uns gar nicht mehr gehen lassen wollten.
Der Bus war umzingelt und auch innen wurden noch fleißig Fotos gemacht und weitere Adressen wurden uns zugesteckt.
Da es ein sehr anstrengender und emotionaler Tag war, waren wir alle sehr überwältigt und die Müdigkeit kam über uns.
Trotz des harten, langen aber auch faszinierenden Abends, entschieden sich noch ein paar von uns sich auch Rastas flechten zu lassen.
Jenny und Marina nahmen die Quälerei sogar bis 5 Uhr morgens auf sich., und hatten das Motto: „Wer schön sein will muss leiden“.
Ein großes Dankeschön gilt ganz besonders den Flechterinnen und Gertrud, die für unsere Schönheit ihren Schlaf opferten, da sie morgens bereits um 7 Uhr bei ihrer Arbeitsstelle
sein mussten und zwischendurch noch ihre Familie zu versorgen hatten.
28.7.09
Nach einem wie immer leckeren englischen Frühstück mussten wir uns etwas beeilen, da wir noch zum Fährhafen laufen mussten. Charles war zum Glück eine Stunde vorher vor Ort, um unsere Karten zu besorgen. Der Arme hat daher das Frühstück verpasst, wurde aber von Juliana fürsorglich mit einem belegten Brot versorgt. Mit der Fähre fuhren wir an diesem frühen Morgen wieder in einen farbenprächtigen Sonnenaufgang, ein schöner Tagesanfang. In Luanda Kotieno angekommen verließen wir die Fähre und machten uns auf den Weg zu Sarah Obamas Dorf Nyang`oma Kogelo . Dort waren wir zunächst von den Sicherheitsmaßnahmen und der entsprechenden Militärpräsenz überrascht. Wir hätten nie damit gerechnet, dass die doch relativ unbekannte Obama-Großmutter, in Ihrem abgelegenen Dorf, so massiv bewacht wird. Offensichtlich wird, an offizieller Stelle, doch von einer gewissen Anschlagsgefahr ausgegangen. Sarah Obama selbst schien von dem ganzen Trubel um Ihre Person nicht erkennbar berührt. Sie empfing uns in einem Stuhlkreis, unter einer großen Papaya, vor ihrem Haus und schritt trotz ihrer altersbedingten Gehschwierigkeiten den ganzen Kreis ab um jeden Anwesenden mit festem Händedruck zu begrüßen. Eine beeindruckende, würdevolle Erscheinung, die sich nicht genötigt sah einen Hehl aus Ihrer einfachen Herkunft zu machen.
Elena, Juliana und Jennifer Wagner erklärten die Bedeutung unserer Reise und der Friedenstaube. Sie erzählten von der Reise junger Menschen aus der Stadt Heilbronn, die im zweiten Weltkrieg bis auf den letzten Stein zerstört wurde. Von der aus dieser Zerstörung gewachsenen Überwindung von Feindschaft und dem Wachsen von Partnerschaft zwischen Ländern und Völkern. Sie zogen die Parallelen zu den post election violences 2007/08 und der daraus resultierenden Notwendigkeit für Kenia, Formen des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Ethnien zu finden.
Die Friedenstaube hat in der Tradition der Luo verschiedenen wichtige Bedeutungen (→ s. Bericht). Da die 30 Hillinger-Tauben den 30 Artikeln der internationalen Charta der Menschenrechte gewidmet sind, sprach Juliana von dem wichtige Menschenrecht der freien und friedlichen Religionswahl und -ausübung – Hier kann der Rest der Welt von Kenia und vielen anderen afrikanischen Ländern lernen. In vielen Städten sieht man Kirchen und Moscheen gemeinsam das Stadtbild prägen. Christen, Muslime und Hindus leben, oft innerhalb einer Familie in friedlicher Koexistenz. Auch Sarah Obama gehört dem muslimischen Glauben an, viele andere ihrer Familienangehörigen sind Christen.
So war Sarah Obama erkennbar erfreut damit einverstanden, dass die Taube nach ihr benannt wird, wodurch es nun zwei „Sarae Obamae“ in Kenya gibt.
Ein kurzer peinlicher Moment entstand, als Jennifer Krebs Sarah Obama darum bat eine Widmung in das kleine Reisetagebuch der Taube zu schreiben. Dabei wurde ersichtlich, dass Großmutter Obama nicht lesen und schreiben kann. Sie selbst war allerdings am wenigsten peinlich berührt. Sie erzählte freimütig aus ihrem Leben als Mädchen und junge Frau, in der damals, noch extremer als heute, männerdominierten Gesellschaft Kenyas. Schulbildung war damals für Mädchen ein meist unerreichbarer Luxus, für viele ist es das heute noch. Da unsere Gruppe überwiegend aus jungen Frauen bestand, zeigte sich Sarah Obama sehr beeindruckt davon, dass in Deutschland eine hohe Schulbildung, für Mädchen, heute selbstverständlich ist und wir eher das Problem haben die Jungen an die Bildung heranzuführen.
In diesem Zusammenhang erzählten wir von unserer geplanten Schulpartnerschaft mit einer girls high school. Von der Idee, junge Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturen zusammen zu führen, um gegenseitiges Verstehen und damit die Grundlage für nachhaltigen Frieden zu fördern, war Sarah Obama erkennbar angetan.
Auf diese Weise vergingen die zwei Stunden unseres Besuches wie im Flug und wir mussten uns verabschieden, da bereits die nächsten Besucher, eine bunte, fröhlich singende Frauengruppe, auf dem Gelände eintrafen.
Die Fahrt nach Kagamega wurde von den meisten leider verschlafen, führte aber durch recht interessantes, da fruchtbares und daher außergewöhnlich dicht besiedeltes ,Gebiet. Aufgrund dringender Bedürfnisse vieler Mitreisenden mussten wir kurz vor Kagamega einen ungeplanten Zwischenstopp im Bischofshaus einlegen. Bischof Sulumeti war leider zu diesem Zeitpunkt in Deutschland, aber wir waren ihm trotzdem sehr dankbar für die Möglichkeit die sanitären Einrichtungen in seinem Haus benutzen zu dürfen. In Kagamega selbst angekommen, hatten fast alle einen Bärenhunger, so dass wir zunächst das Golf-Hotel zum Lunch ansteuerten. Dadurch kam es leider zur ersten Peinlichkeit in Sachen Pünktlichkeit. Auch Raimund hatte nicht damit gerechnet, dass man in Kenya bei offiziellen Anlässen, vor allem wenn Deutsche eingeladen sind, davon ausgeht, dass alles termingerecht abläuft. Der Dekan der Universität Kagamega war daher bereits in seinen wohlverdienten Feierabend verschwunden, als wir mit mehr als zwei Stunden Verspätung endlich auf dem Campus eintrafen.
Die Führung durch die Uni und leider auch das Zusammentreffen mit Studenten musste daher ausfallen. Ersetzt wurde dieser Programmpunkt durch einen Stadtbummel, Helmut begleitete Father Bede auf eine Einkaufstour und sorgte dafür, dass am Frühstückstisch die überlebensnotwendigen, europäerkompatiblen Bestandteile nicht fehlten. Abends lud uns unser Gastgeber im Pastoral Guest Centre, Father Bede sehr herzlich in sein Haus ein. Diejenigen, die nicht dem Haarflechtfetischismus huldigten, kamen dieser Einladung gerne nach und wurden mit einem typisch kenyanischen Abend belohnt. Viele offene Fragen der letzten Tage konnten an- und besprochen werden. Auf die Bitte Marians hin erzählte Dan von der Organisation und den Zielen seines eigenen Kinderhilfsprojektes „Cadamic“ in Kisumu, welches wir leider aufgrund der zeitraubenden Irrfahrt durch Bonde nicht mehr besuchen konnten.
So konnte der Tag gemütlich ausklingen und in der schönen Unterkunft in eine erholsame Nacht übergehen.
Mittwoch, 2. September 2009
Interessante Internetlinks
Keniareise 2009 /Science and Social Safari
Seminarkurs /students from Christiane-Herzog-Schule, Heilbronn
Blog der Schüler /
blog of the students:
www.seminarkurs-kenia.blogspot.com
Bericht im kenianischen Fernsehen /
Feature in the Kenyan TV channel K24:
http://www.youtube.com/watch?v=LcxYq9pdLFE
Fotos von der Reise /
Photos from the safari:
fotos.web.de/pousset/KISSS-CHS09
Sarah-Obama-Friedenstaube /
Sarah Obama Dove of peace:
http://www.richard-hillinger.de/kenia
Kalenderblatt vom 7.August /
Calender sheet , Aug. 7th :
http://www.richard-hillinger.de/7.august2009.htm
Website des Künstlers der Friedenstaube /
Website of the artist oft he Dove of Peace:
www.richard-hillinger.de
DAILY NATION: Prof Agnes Mwangombe from the University of Nairobi received the dove of peace:
http://www.nation.co.ke/magazines/-/1190/629180/-/view/asImageRender/-/ddxky0/-/index.html?posImage=0&postMode=ajax
In Kogelo with Mama Sarah:
http://www.youtube.com/watch?v=TldmoSfisKM&feature=related
Break-in Attempt at Obama Family Home in Kenya:
http://www.youtube.com/watch?v=kbIZsieSn_w&NR=1
Seminarkurs /students from Christiane-Herzog-Schule, Heilbronn
Blog der Schüler /
blog of the students:
www.seminarkurs-kenia.blogspot.com
Bericht im kenianischen Fernsehen /
Feature in the Kenyan TV channel K24:
http://www.youtube.com/watch?v=LcxYq9pdLFE
Fotos von der Reise /
Photos from the safari:
fotos.web.de/pousset/KISSS-CHS09
Sarah-Obama-Friedenstaube /
Sarah Obama Dove of peace:
http://www.richard-hillinger.de/kenia
Kalenderblatt vom 7.August /
Calender sheet , Aug. 7th :
http://www.richard-hillinger.de/7.august2009.htm
Website des Künstlers der Friedenstaube /
Website of the artist oft he Dove of Peace:
www.richard-hillinger.de
DAILY NATION: Prof Agnes Mwangombe from the University of Nairobi received the dove of peace:
http://www.nation.co.ke/magazines/-/1190/629180/-/view/asImageRender/-/ddxky0/-/index.html?posImage=0&postMode=ajax
In Kogelo with Mama Sarah:
http://www.youtube.com/watch?v=TldmoSfisKM&feature=related
Break-in Attempt at Obama Family Home in Kenya:
http://www.youtube.com/watch?v=kbIZsieSn_w&NR=1
Dienstag, 28. Juli 2009
10.Tag Besuch in Dans Dorf am Sonntag den 26.7.09
25.=Busfahrt den ganzen Tag.
"I live in Bondo"
Der Tag begann mal wieder schrecklich früh. Um 6 Uhr hieß es Buspacken.

Während einige von uns unser Gepäck auf das Dach unseres Busses packten, waren die anderen mit gemütlichem Frühstücken beschäftigt. Nach dem Frühstück ging es los. Geplant war eine zweieinhalbstündige Fahrt nach Bondo zur Familie von Dan und ein anschließender Besuch bei Sara Obama. So, dass war geplant. Da bei uns aber ja bekanntlich nicht alles so läuft, wie es laufen sollte, verlief auch dieser Tag ein wenig anders. Es begann schon bei der Busfahrt in das Dorf von Dans Familie. Aus den zweieinhalb Stunden wurden nämlich fünf.

Zuerst einmal haben wir uns verfahren um dann anschließend auch noch zu erfahren, dass Dan gar nicht direkt aus Bondo stammt, sondern aus einem kleinen Dorf noch einige Kilometer weiter. Also ging es mit ziemlicher Verspätung zum Dorf. Damit war schon mal eins klar: der Programmpunkt Sara Obama muss verschoben werden. Als geeigneten Tag dafür sahen wir den Dienstag. Im Dorf angekommen wurden wir mit viel Freude empfangen.Es wurde traditionell getanzt und gesungen. Eine richtig herzliche Begrüßung. Dann wurden wir zu unseren Plätzen geführt. Als alle Platz genommen hatten erhielten wir eine Erfrischung bestehend aus Cola, Fanta, Sprite usw. - solche Dinge gibt’s hier nämlich auch im hinterletzten Loch. Dann wurden uns einige wichtige Verwandte Dans und Dorfbewohner vorgestellt und anschließend gab es ein leckeres Festmahl.Zur Feier des Tages gab es Ugali, Ziegenfleisch, Fisch, Salate und was natürlich nie fehlen darf – Chicken. Nach dem Essen, dass wir übrigens mit den Händen zu uns nahmen, wurde noch zur traditionellen Dorfmusik getanzt, bevor uns die Ehre erwiesen wurde, eine Ziege zu schächten. Das Schächten einer Ziege ist hier in Kenia eine Tradition die die größte Ehre für die Gäste sein soll. Wohl gerade deshalb kam es dazu, dass wir gefragt wurden, ob wir die Ziege nicht während des Schächtens halten wollen. Doch nur der tapfere Helmut gab sich diese Ehre. Wir anderen waren dann wohl doch zu feige. Während einige von uns diesem traditionellen Brauch beiwohnten, schauten sich die anderen das Haus Dans an.


Nun war es jedoch aller höchste Zeit aufzubrechen, denn wir mussten die Fähre zum Mbita Point bekommen. Nach einem schönen Abschied mit Gesang und Tanz, gab es noch eine kleine Bescherung für die Einheimischen. Auf dem Weg zur Fähre wurde uns bewusst – es wird wirklich eng mit der Zeit. Die Fähre sollte um 17 Uhr ablegen. Nun wurde es 17 Uhr und der Fährhafen war noch nicht mal in Sichtweite. Aber da wir hier ja glücklicherweise in Kenia sind und alles in „english-time“ läuft, war bei unserer Ankunft um ca. 17.20 Uhr schnell klar, dass die Fähre auch noch nicht da ist.

Um 18 Uhr begann die Überfahrt. Im ICIPE angekommen waren wir eigentlich echt positiv überrascht – eigentlich. Als wir nämlich dort die Zimmer erhielten, erfuhren wir, dass 14 von uns in Einzelzimmern untergebracht waren. Soweit ja nicht schlimm. In den Zimmer angekommen folgte jedoch der sehr, sehr große Schock: Ein Zimmer wie eine Gefängniszelle. Bett, Stuhl, Tisch. Mehr nicht. Das heißt doch: abertausende von Mücken überall!! Ein Bild des Grauens für uns, denn seither waren wir für kenianische Verhältnisse echt super Unterkünfte gewohnt. Aber was blieb uns anderes übrig – für den Moment erstmal nichts. Also schlossen sich einige in Grüppchen von zwei oder drei Personen zusammen und teilten sich ein Zimmer, da wir es ja gar nicht mehr gewohnt waren, alleine zu schlafen. Eng, aber gemütlich und warm.
"I live in Bondo"
Der Tag begann mal wieder schrecklich früh. Um 6 Uhr hieß es Buspacken.
Während einige von uns unser Gepäck auf das Dach unseres Busses packten, waren die anderen mit gemütlichem Frühstücken beschäftigt. Nach dem Frühstück ging es los. Geplant war eine zweieinhalbstündige Fahrt nach Bondo zur Familie von Dan und ein anschließender Besuch bei Sara Obama. So, dass war geplant. Da bei uns aber ja bekanntlich nicht alles so läuft, wie es laufen sollte, verlief auch dieser Tag ein wenig anders. Es begann schon bei der Busfahrt in das Dorf von Dans Familie. Aus den zweieinhalb Stunden wurden nämlich fünf.
Zuerst einmal haben wir uns verfahren um dann anschließend auch noch zu erfahren, dass Dan gar nicht direkt aus Bondo stammt, sondern aus einem kleinen Dorf noch einige Kilometer weiter. Also ging es mit ziemlicher Verspätung zum Dorf. Damit war schon mal eins klar: der Programmpunkt Sara Obama muss verschoben werden. Als geeigneten Tag dafür sahen wir den Dienstag. Im Dorf angekommen wurden wir mit viel Freude empfangen.Es wurde traditionell getanzt und gesungen. Eine richtig herzliche Begrüßung. Dann wurden wir zu unseren Plätzen geführt. Als alle Platz genommen hatten erhielten wir eine Erfrischung bestehend aus Cola, Fanta, Sprite usw. - solche Dinge gibt’s hier nämlich auch im hinterletzten Loch. Dann wurden uns einige wichtige Verwandte Dans und Dorfbewohner vorgestellt und anschließend gab es ein leckeres Festmahl.Zur Feier des Tages gab es Ugali, Ziegenfleisch, Fisch, Salate und was natürlich nie fehlen darf – Chicken. Nach dem Essen, dass wir übrigens mit den Händen zu uns nahmen, wurde noch zur traditionellen Dorfmusik getanzt, bevor uns die Ehre erwiesen wurde, eine Ziege zu schächten. Das Schächten einer Ziege ist hier in Kenia eine Tradition die die größte Ehre für die Gäste sein soll. Wohl gerade deshalb kam es dazu, dass wir gefragt wurden, ob wir die Ziege nicht während des Schächtens halten wollen. Doch nur der tapfere Helmut gab sich diese Ehre. Wir anderen waren dann wohl doch zu feige. Während einige von uns diesem traditionellen Brauch beiwohnten, schauten sich die anderen das Haus Dans an.
Nun war es jedoch aller höchste Zeit aufzubrechen, denn wir mussten die Fähre zum Mbita Point bekommen. Nach einem schönen Abschied mit Gesang und Tanz, gab es noch eine kleine Bescherung für die Einheimischen. Auf dem Weg zur Fähre wurde uns bewusst – es wird wirklich eng mit der Zeit. Die Fähre sollte um 17 Uhr ablegen. Nun wurde es 17 Uhr und der Fährhafen war noch nicht mal in Sichtweite. Aber da wir hier ja glücklicherweise in Kenia sind und alles in „english-time“ läuft, war bei unserer Ankunft um ca. 17.20 Uhr schnell klar, dass die Fähre auch noch nicht da ist.
Um 18 Uhr begann die Überfahrt. Im ICIPE angekommen waren wir eigentlich echt positiv überrascht – eigentlich. Als wir nämlich dort die Zimmer erhielten, erfuhren wir, dass 14 von uns in Einzelzimmern untergebracht waren. Soweit ja nicht schlimm. In den Zimmer angekommen folgte jedoch der sehr, sehr große Schock: Ein Zimmer wie eine Gefängniszelle. Bett, Stuhl, Tisch. Mehr nicht. Das heißt doch: abertausende von Mücken überall!! Ein Bild des Grauens für uns, denn seither waren wir für kenianische Verhältnisse echt super Unterkünfte gewohnt. Aber was blieb uns anderes übrig – für den Moment erstmal nichts. Also schlossen sich einige in Grüppchen von zwei oder drei Personen zusammen und teilten sich ein Zimmer, da wir es ja gar nicht mehr gewohnt waren, alleine zu schlafen. Eng, aber gemütlich und warm.
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